Ausgabe Mai 2019

 

Hausaufgaben - Stress?

 

Worauf Eltern achten sollten, um das Hausaufgabenthema zu entspannen.

 

Tipp: Ein Zeitfenster für die Hausaufgaben festzulegen! 

 

Überlegen Sie zunächst, am besten gemeinsam mit dem Kind, wann es seine Hausaufgaben erledigen möchte. In jedem Fall sollten Sie sofort nachfragen, welche Hausaufgaben zu machen sind.  Kann sich das Kind direkt nach der Schule bzw. vor dem Mittagessen voll und ganz auf seine Aufgaben konzentrieren? Oder hat es die nötige Lernmotivation erst nach dem Mittagessen? Sie werden feststellen, dass ihr Kind zu einer bestimmten Tageszeit motivierter ist, und dies sollten sie nutzen. Erstellen Sie also einen Zeitplan, wann mit welcher Aufgabe angefangen wird und wie lange dafür gebraucht wird.Lassen Sie sich zuerst alle Hausaufgaben zeigen und sich erklären, was zu machen ist. Falls etwas unklar ist oder Ihr Kind eine Aufgabe nicht ganz verstanden hat, fragen Sie nach und sehen Sie mit dem Kind gemeinsam die Einträge im Schulheft durch. Die Hausaufgaben beziehen sich auf den Stoff, der in der Schule durch genommen wurde. 

Meist wird dem Kind dann wieder einfallen, was es machen muss und wie die Aufgabe zu lösen ist. Danach sollte das Kind die Hausaufgabe selbständig erledigen. Auch wird es hilfreich sein, wenn ihr Kind sich von den leichteren Aufgaben zu den schwierigeren durcharbeitet. Jede gelöste Aufgabe stärkt das Selbstvertrauen und motiviert für weitere Aufgaben. So kann es seine Motivation bis zum Ende aufrechterhalten.

Ganz wichtig: Die Hausaufgaben nicht bis direkt vorm Schlafengehen aufschieben, denn da sind Kinder in der Regel müde und können nicht mehr die benötigte Konzentration aufbringen.

 

Wie sollte der Arbeitsplatz für den Schüler aussehen?

 

Tipp: Nichts sollte ablenken!

 

Suchen Sie für ihr Kind einen ruhigen und hellen Arbeitsplatz, an dem es ungestört seine Arbeit erledigen kann. Am besten eignet sich dafür ein großer Schreibtisch, der komplett leergeräumt ist und nur für die Schulsachen genutzt wird. Die Familie sollte Bescheid wissen, dass der Schüler sich an seine Hausaufgaben setzt und nicht mehr gestört werden möchte. Alles beiseite räumen, was von einer schnellen Erledigung der Aufgaben unnötig ablenkt. Das heißt: keine Spielsachen, keine Smartphones in der Nähe oder andere Dinge, die leicht ablenken, damit sich das Kind voll und ganz auf seine Aufgaben konzentrieren kann. Steht der Arbeitstisch im Kinderzimmer, dann achten Sie darauf, dass das Zimmer aufgeräumt und das Bett gemacht ist. So wird das Kind nicht auf die Idee kommen, sich am liebsten hineinzulegen oder mit seinem Spielzeug zu spielen.

 

Welche Tipps gibt es noch, um Kinder zur Erledigung ihrer Hausaufgaben zu motivieren?

 

Nichts wird ihr  Kind mehr motivieren als der Gedanke, wie viel Zeit es nach den Hausaufgaben zur freien Verfügung haben wird. Besprechen Sie mit ihm seine Pläne. Darf es sich danach noch mit Freunden treffen oder seinen Lieblingssport machen oder vielleicht einen Teil seiner Lieblingsserie anschauen? Egal was es sein wird, lassen Sie es daran denken: Je schneller das Kind seine Aufgaben erledigt hat, desto mehr Zeit wird es später zu seinem eigenen Vergnügen zur Verfügung haben!

 

Tipp: 

Die Hausarbeiten sollten mit einer positiven Einstellung bearbeitet werden! Ihr Kind wird dann merken, dass es so schneller lernen kann. Halten Sie ihm den Nutzen vor Augen, den es durch deine Hausaufgaben bekommst. Auf keinen Fall über die Fülle der Hausaufgaben, ihren Sinn oder die LehrerIn vor dem Kind schimpfen.

 

Was kann ich tun, wenn ich feststelle, dass die Konzentration lässt nach?

 

Tipp:

Genehmigen sie Ihrem Kind kurze Pausen und gesunde            Lernsnacks !

 

Frische Luft, Bewegung und ein Getränk machen den Kopf wieder frei. Nach der Pause lernt es sich dann wieder umso besser. Belohnen Sie den Schüler mit einer kurzen Pause nach jeder erledigten Aufgabe. Er soll sich kurz zurücklehnen, aufstehen oder etwas trinken. Dies wird dem Kind helfen, seine Konzentration für die gesamten Hausaufgaben aufrechtzuerhalten. Aber achten Sie darauf, die Pausen kurz zu halten und möglichst nicht so viele zu machen, denn irgendwann sollte ihr Kind mit seinen Aufgaben werden. 

Macht Ihr Kind seine Aufgaben vor dem Mittagessen, darf es gerne Obst, Gemüse oder Nüsse als Snacks zu sich nehmen. Diese Kleinigkeiten werden sein Gehirn mit den nötigen Vitaminen versorgen, damit das Kind bis zum Ende konzentriert arbeitet. 

 

Info:

Jedes Kind kann sich nur eine begrenzte Zeit am Stück konzentrieren. Für 5- bis 7-Jährige geht man von 15 Minuten aus, für 8- bis 9-Jährige von 20 Minuten. 10- bis 12-Jährige schaffen 30 Minuten konzentrieren. Nach dieser Zeit sollten Sie für eine Unterbrechung sorgen.

 

Wie verhalte ich mich, wenn mein Kind nicht weiter weiß?

 

Tipp:

Fordern Sie ihr Kind auf jeden Fall auf, nach Hilfe zu fragen, wenn es sich nicht sicher ist oder nicht weiterkommt!

 

Manchmal unterscheiden sich Hausaufgaben von den Aufgaben, die in der Schule besprochen werden und das Kind steht vor einem scheinbar unlösbaren Problem. Dann darf es ruhig seine Familie um Hilfe bitten! 

 

Zusatztipp:

Unbedingt ein positives Feedback geben und Fehler erlauben. 

 

Mit einem Lob für zügiges und konzentriertes Arbeiten fördern Sie die Motivation Ihres Kindes. Vermeiden sollten Sie hingegen, die Hausaufgaben als Druckmittel zu benutzen. Dadurch werden sie eher negativ wahrgenommen und verursachen Stress. Widerwillen ist so vorprogrammiert. 

Akzeptieren Sie auch, wenn Ihr Kind nicht alles auf Anhieb richtig macht. Für den Lehrer sind Fehler eine gute Möglichkeit, das Lerntempo und eventuelle Schwächen seiner Schüler zu erkennen. 

Bei älteren Schülern gibt es auch übrigens auch die Möglichkeit, mit einem gleichaltrigen Lernpartner oder zusammen mit Freunden eine kleine Lerngruppe zu bilden. 

 

 

 Herzlichst

Barbara Langhammer

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 Ein Interview zu diesem Thema finden Sie demnächst hier.